Regenwald: exotische Tiere und Pflanzen

Regenwälder sind gigantische grüne Schatztruhen: Sie beherbergen nahezu die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten unserer Erde! Hier also nur eine klitzeklitzekleine Auswahl besonders faszinierender Beispiele.

Anakonda

Was für eine mächtige Schlange! Anakondas gehören zur Gattung der Boas. Ihre Beute besteht aus Nagetieren, Vögeln, kleineren Schildkröten, Wasserschweinen sowie Kaimanen bis zu mittlerer Größe. Ebenfalls einen großen Anteil ihrer Ernährung machen Fische bis hin zu gepanzerten Welsen aus.
Anakondas halten sich gerne im Wasser auf, sind aber keine reinen Wassertiere.

Schon gewusst?
Es kommt nur sehr selten vor, dass Anakondas Menschen angreifen. Sie treten sogar eher die Flucht an, wenn ihnen Menschen zu Nahe kommen. Der Lebensraum der Anakonda hat sich in den vergangenen Jahren stark verkleinert, sodass diese Tierart bedroht ist.

Steckbrief

  • Länge bis zu 9 m (Männchen nur um 4 Meter)
  • Gewicht bis zu 200 kg
  • Verbreitungsgebiet: Südamerika
  • Häufigkeit: vom Aussterben bedroht

Wasserschildkröte

Diese Tiere sind einfach unverwechselbar. Ihre Anatomie mit dem lustigen Panzer ist einzigartig. Und manche Schildkröten können wirklich sehr alt werden, älter als Menschen. Doch viele Arten sind in ihrem Bestand gefährdet, was leider nicht so lustig ist.

Im Naturreservat Cuyabeno in Ecuador kommt die Wasserschildkröte jedenfalls noch sehr häufig vor: Die Einheimischen lieben Schildkröteneier, sie sammeln sie zur Brutzeit auf den Sandbänken. Damit die Population aber nicht ausstirbt, werden seit einigen Jahren Eier im Dorf ausgebrütet und die Jungtiere ein Jahr lang gefüttert, um sie dann auszusetzen. Für jedes ausgesetzte Tier erhalten die Einheimischen eine kleine Aufwandsentschädigung. So bleibt der Bestand erhalten, da die Menschen selbst darauf achten.

Schon gewusst?
Eine der berühmtesten Schildkröten ist Kassiopeia aus Michael Endes Roman „Momo“. Kassiopeia hilft Momo im Kampf gegen die fiesen Grauen Herren, die den Menschen die Zeit stehlen. Ob sie wohl Erfolg haben?

Steckbrief

  • Größe bis 30 cm
  • Wasserschildkröten werden 30 bis 80 Jahre alt
  • Lebensweise: tagaktiv

Papagei

Papageien erreichen ein sehr hohes Alter.  Ihr unverkennbarer Schnabel dient ihnen auch zum Klettern, sie ernähren sich von Pflanzen und Insekten. In der Tierwelt nicht immer üblich: Papageien leben in der Regel monogam, bleiben ihrem Partner also treu – und das, obwohl sie in großen Schwärmen leben.

Schon gewusst?
Papageien sind sehr intelligente Tiere. Manche sind bei entsprechendem Training in der Lage, Wörter nachzusprechen. Besonders der Graupapagei ist sehr sprachbegabt.

Steckbrief

  • Alter bis zu 70 Jahre
  • Kletterfuß: zwei Zehen sind nach vorne, zwei nach hinten gestellt
  • Wissenschaftlicher Name: Psittaciformes

Orchidee

Die Familie der Orchideen zählt zu den größten Familien im Reich der Pflanzen. Derzeit sind der Wissenschaft ungefähr 30.000 Arten bekannt!  Puh, wer will das alles auseinanderhalten?! Im Gegensatz zu unseren heimischen Orchideen wachsen in den tropischen Regenwäldern zahlreiche Orchideen als Aufsitzerpflanzen (Epiphyten), sie sitzen also gemütlich auf anderen Pflanzen drauf.

Schon gewusst?
Schon seit über 2500 Jahren schätzen die Menschen die Orchidee als Heilmittel, Dekoration oder, wie im alten China, als Symbol für Liebe und Schönheit. Auch heute noch ist die Orchidee ein beliebtes Geschenk zu vielen feierlichen Anlässen. Die Vanille gehört übrigens auch dieser Familie an.

Steckbrief

  • Wuchs: Regenwaldorchideen klammern sich mit Luftwurzeln an Stämmen fest
  • Name: kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Hoden“
  • Nährstoffe: werden über die Zellschicht der Luftwurzeln aus der Luft aufgenommen

Mahagonibaum

Das begehrteste Holz des Regenwaldes: Möbel aus Mahagoniholz sind schön und wertvoll, das Holz wird deshalb auch „grünes Gold“ genannt. Doch wer mehr erntet, als nachwächst, riskiert den gesamten Bestand einer Pflanzenart! Das gilt für den Mahagonibaum in den Regenwäldern leider noch mehr als für andere Baumarten.
Die Bäume stehen im Regenwald vereinzelt meist in Flussniederungen, so dass für jeden geschlagenen Baum viele weitere gefällt werden, um einen Transportweg zu schaffen.

Schon gewusst?
Bei Mahagoni ist die Gefahr der Übernutzung besonders groß, da es sich um einen langsam wachsenden Baum handelt, der erst in einem Alter von 10 bis 15 Jahren zu blühen beginnt und sich auch erst dann fortpflanzen kann. Das geht gar nicht: Gebietsweise, besonders in Mexiko, Costa Rica, Panama, im Nordwesten von Südamerika und in Amazonien bis nach Bolivien sind die Baumbestände bereits so gut wie geplündert.

Steckbrief

  • Holzfarbe: rot- bis hellbraun
  • Wuchs: der amerikanische Mahagonibaum wird bis zu 70 Metern hoch
  • Rinde: aus der Rinde wird Harz gewonnen

Papaya

Schon Christoph Kolumbus soll sie die „Frucht der Engel“ genannt haben, die Papaya. Eigenartig: Aufgrund der fehlenden Verholzung, der Wuchsform und der Langlebigkeit kann die Papaya weder als Baum, noch als Strauch oder Staude bezeichnet werden. Die Papaya ist also eine „baumartige“ Pflanze, das trifft es am besten. Was wir vor allem kennen, sind die Früchte der Papaya. Sie sind, je nach Reifungsgrad, sehr schmackhaft, auch die schwarzen Kerne sind zum Verzehr geeignet. Lecker!

Schon gewusst?
Ein Tipp aus der Regenwald-Apotheke: Ein Tee aus Papaya-Blüten soll gegen Husten helfen. Die Frucht selbst gegen Magenverstimmung. Und Papaya-Extrakt gegen Falten! Wenn’s schee macht...

Steckbrief

  • „Stamm“ der Pflanze: Wuchshöhe von 5 bis 10 Metern
  • Frucht: orangefarbenes Fruchtfleisch mit schwarzen Kernen
  • Name: Zweitname „Baummelone“