Von Füchsen und Käuzen

typische Waldtiere

Ob in luftiger Höhe oder in dunkler Erde. Der Wald ist Lebensraum für unzählige Tierarten, von ameisenklein bis bärengroß. Hier findet ihr Informationen zu einigen Tieren, die besonders typisch für unsere heimischen Wälder sind:

Zwergfledermaus

Fledermäuse wirken vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen unheimlich und gelten als Blutsauger. Der Legende nach können sich nämlich Vampire in Fledermäuse verwandeln. Für Menschen sind sie aber völlig ungefährlich.

Die bei uns vorkommenden Fledermäuse wie die Zwergfledermaus ernähren sich ausschließlich von Insekten, die sie in der Nacht jagen. Zwergfledermäuse sind ungeheure Flugkünstler! Sie orientieren sich nachts mithilfe von lauten Ultraschallrufen, die für Menschen aber nicht oder nur kaum hörbar sind. Würde man sie hören, wäre eine Fledermaus fast so laut wie ein Düsenjäger, wenn sie einem ins Ohr rufen würde! Die Rufe der Fledermaus werden von den Beutetieren wie ein Echo zurückgeworfen und dann – Schnapp!

Schon gewusst?
Zwergfledermäuse sind wie alle Fledermäuse in den warmen Monaten aktiv, von April bis November. In der restlichen Zeit halten sie Winterschlaf. Sie suchen sich ein Sommer- und ein Winterquartier. Die über 20 Fledermausarten in Deutschland leben in Hohlräumen, zum Beispiel in Dächern von Häusern, in Brennholzstapeln oder eben im Wald in Baumhöhlen. Nicht nachmachen: Tagsüber schläft die Fledermaus hängend mit dem Kopf nach unten.

Steckbrief

  • Körper bis 4,5 cm lang
  • zwischen den Fingern, den Armen, Beinen und dem Schwanz spannt sich die Flughaut auf
  • Spannweite der Flügel bis 25 cm
  • Gewicht zwischen 3,5 und 7 g

 

Wildschwein

Wildschweine mögen feuchte Wälder mit schlammigem Boden, in dem sie sich wälzen können. Sie sind vorwiegend abends und nachts aktiv und ruhen tagsüber im Dickicht in Kuhlen. Diese Kuhlen werden von den Jägern auch Kessel genannt. Falls nötig, können sie sehr schnell rennen und sogar mehrere Kilometer schwimmen. Als Allesfresser leben sie von Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, Pilzen, Insekten und deren Larven, Schnecken, Mäusen, Jungvögeln und vielem mehr; selbst Aas wird nicht verschmäht. 

Die Bachen (Weibchen) und Jungtiere leben in Gemeinschaft, die Keiler einzelgängerisch. Nur zur Paarungszeit von November bis Januar leben auch sie in der Rotte. Die Jungen kommen im April/Mai zur Welt und werden 2–3 Monate gesäugt. Schon nach 14 Tagen in der gut ausgepolsterten Kinderstube (Kessel) erobern sie mit der Mutter die Waldwelt.


Steckbrief  

  • Körper bis 170 cm lang, bis 110 cm Schulterhöhe, 40–120 kg Gewicht, teilweise darüber
  • gedrungener Körper, schmaler, lang gestreckter Kopf mit Rüssel; die kräftigen, spitze Eckzähne (Hauer) sind nur beim Männchen (Keiler) stark entwickelt
  • langes, hartes schwarzbraunes (daher auch die Bezeichnung Schwarzwild) Borstenfell; bei Jungtieren (Frischlingen) im ersten Jahr gelbweiße Streifen auf rötlich braunem Grund


Schon gewusst?
Eine Wildsaumutter, die Bache, ist sehr fürsorglich. Um ihre Jungen zu beschützen, greift sie jeden an, der ihnen zu nahe kommt. Deshalb auf keinen Fall nähern!

Rothirsch

Hirsche sind überwiegend in der Dämmerung und Nacht aktiv und ruhen tagsüber verborgen im dichten Unterholz. Erst abends machen sie sich auf die Suche nach Nahrung (Äsung). Auf ihrem Speisezettel stehen je nach Jahreszeit Moose, Flechten, Knospen und frische Triebe, Baumrinde, Gräser, Kräuter, Pilze, Eicheln, Bucheckern und Wildfrüchte. Der männliche Hirsch wirft sein Geweih jedes Jahr im zeitigen Frühjahr ab, danach sprosst oder „schiebt“ das neue,  größere Geweih, das von Bast (einer samtartigen, behaarten Haut) überzogen ist. 

Je nachdem, wie viele Enden das Geweih hat, spricht man von Sechsender, Zwölfender usw. Die Männchen und die Weibchen mit den Kälbern leben in getrennten Rudeln und kommen nur zur Paarungszeit (Brunft) von September bis Anfang Oktober zusammen. Dann liefern sich männliche Rivalen mit ihrem Geweih erbitterte Kämpfe um die Weibchen. Wer als Sieger aus dem Duell hervorgeht, ist der „Platzhirsch“ und darf sich mit allen Hirschkühen paaren. 


Steckbrief  

  • Körper bis 210 cm lang, Schulterhöhe bis 125 cm, Gewicht bis 160 kg, teilweise deutlich darüber
  • hohe Beine, langer, schlanker Hals mit Halsmähne (nur beim Männchen) 
  • hohes Stangengeweih (nur beim Männchen)
  • rotbraunes Fell (daher der Name, auch Rotwild), im Winter graubraun; bei Jungtieren (Kälbern) in den ersten beiden Monaten weiß getupft 

 

Schon gewusst?
Das Rotwild wurde früher von höfischen Jagdgesellschaften grausam verfolgt. Die Tiere wurden entweder in großen Wildgehegen zusammengetrieben und mit Speeren und Musketen getötet oder in Hetz
jagden mit Pferden und Hunden manchmal tagelang bis zur Erschöpfung gejagt.

Damhirsch

Damwild ist in Tierparks und Gehegen sehr beliebt, weil es sehr zahm wird und wenig Scheu zeigt. Es ist außerdem genügsam und fühlt sich daher auch in Kiefernheiden wohl. Ähnlich wie das Rotwild frisst es Gräser, Kräuter, Eicheln und Bucheckern. Statt Baumrinde wie der Rothirsch in Fetzen abzuziehen, knabbert es daran mit schief gelegtem Kopf. Das Damwild lebt gesellig in großen Rudeln, die Männchen außerhalb der Brunftzeit (Mitte Oktober bis Mitte November) alleine oder in kleinen Trupps. Ihr Junges verteidigt die Mutter gegen kleine Raubtiere, indem sie mit den Vorderläufen danach schlägt. Größere Feinde führt sie in die Irre, indem sie langsam vom Versteck wegschreitet, um dann nach einiger Zeit die Flucht zu ergreifen.

 

Steckbrief  

  • Körper bis 140 cm lang, Schulterhöhe bis 90 cm, Gewicht bis 120 kg
  • kräftiger, gedrungener Körper, kürzere Beine als der Rothirsch und deutlich kleiner
  • Männchen mit Schaufelgeweih
  • Fell im Sommer rotbraun mit weißen Flecken und dunklem Längsstreifen über dem Rückgrat, Unterseite weiß; im Winter dunkler, eher grau und ungefleckt, Unterseite aschgrau; Jungtiere (Kälber) immer gefleckt


Schon gewusst?
Damhirsche haben einen so ausgeprägten Gesichtssinn, dass sie sogar einen Menschen erkennen können, der sich nicht bewegt.

Reh

Rehe halten sich tagsüber im Dickicht verborgen und kommen erst in der Abenddämmerung zum Äsen (Kräuter, Gräser, Blätter, Knospen, Früchte, Samen, Rinde) hervor. An jungen Laub- und Nadelbäumen können sie großen Verbissschaden anrichten. Sie sind gewandte Läufer und können mit Leichtigkeit über breite Gräben springen und gut schwimmen.

Rehe leben nur im Winter in großen Familienrudeln zusammen. In der Paarungszeit im Juli/August treiben die Männchen die Weibchen vor sich her, teilweise im Kreis, was im Boden deutliche Spuren hinterlässt (sogenannte Hexenkreise). Die Mutter lässt die Jungtiere nach der Geburt im Unterholz allein und kommt nur zum Säugen. Da das Kitz keinen Eigengeruch hat und gefleckt ist, ist es gut getarnt. Nach wenigen Tagen kann es der Mutter folgen.

 

Steckbrief  

  • Körper bis 135 cm lang, Schulterhöhe bis 75 cm, Gewicht bis 25 kg
  • kurzer Kopf mit großen dunklen Augen und weißem Kinn, schlanker Hals
  • zierlicher Körper, lange, schlanke Beine
  • Fell im Sommer fuchsrot, großer gelblich weißer Fleck (Spiegel) am Steiß, im Winter graubraun mit weißem Spiegel; Jungtiere (Kitze) in den ersten zwei Monaten rötlich braun mit in Reihen angeordneten gelblichen oder weißen Flecken
  • Männchen mit kurzem Stangengeweih, meist sechsendig; die Stangen sitzen auf knöchernen Stirnbeinzapfen (Rosenstöcke)

 

Schon gewusst?
Rehe empfinden lauten, aber steten Autoverkehr als nicht störend. Daher kann man die Tiere häufig auch neben Autobahnen äsen sehen.

Rotfuchs

Der Fuchs ist in unseren Wäldern das häufigste und nach dem Wolf und dem Luchs das größte Raubtier. Er hat ein ausgesprochen feines Gehör, eine feine Nase und scharfe Augen und ist ein flinker Läufer, behänder Springer und schneller Schwimmer. Auch beim Lauern und Anschleichen stellt er sich sehr geschickt an. Er jagt nachts und in der Dämmerung bevorzugt Mäuse, ist aber für fast alle tierische Nahrung zu haben: von der Wespenlarve samt Nest über Regenwürmer, Schnecken, Jungvögel und Eier bis hin zum Rehkitz. Er gilt als die Gesundheitspolizei des Waldes, weil er vornehmlich schwache und kranke Tiere überwältigt und auch vor Aas nicht zurückschreckt. Füchse sind sehr anpassungsfähig. Als Pendler zwischen Wald und Flur wagen sie sich heute auch bis an den Stadtrand vor und durchwühlen dort die Mülltonnen nach Essbarem. Manche haben ihre Heimat Wald sogar ganz gegen den Stadtpark getauscht. Bis auf die Zeit der Paarung und Aufzucht leben Füchse einzelgängerisch. Die Jungen kommen in einem verzweigten unterirdischen Bau mit geräumigem Wohnkessel zur Welt und das Männchen (Rüde) hilft bei der Aufzucht.

Achtung: Ein zutraulicher Fuchs könnte die Tollwut haben – auf keinen Fall berühren! 

 

Steckbrief  

  • Körper bis 80 cm lang, Schulterhöhe bis 40 cm, Gewicht bis 10 kg
  • Kopf mit langer spitzer Schnauze und spitzen Ohren
  • schlank mit kurzen Beinen und langem, buschigem Schwanz (Lunte)
  • gelbrotes bis tiefrotes Fell, Kehle, Bauch und Schwanzspitze weiß oder hellgrau, im Winter sehr dicht; Fell der Jungtiere (Welpen) graubraun

 

Schon gewusst?
Fuchswelpen sind bei der Geburt blind und taub und völlig hilflos; man bezeichnet sie deshalb als Nesthocker. Sie werden 4–6 Wochen im Bau gesäugt. Danach unternehmen sie mit der Mutter (Fähe) immer wieder kurze Ausflüge und üben sich in der Jagd. Nach 3–4 Monaten sind die kleinen Rotpelze selbstständig.

Dachs

Der Dachs sieht schlecht, kann dafür aber umso besser riechen. Als guter Futterverwerter lässt er sich von Wurzeln und Früchten über Insekten und Schnecken bis hin zu Maulwürfen, Schlangen und Wildkaninchen so ziemlich alles schmecken. Häufig gräbt er mit seiner Schnauze Löcher in die Laubschicht des Waldbodens und „schlürft“ Regenwürmer, Engerlinge und andere Leckerbissen. Gefressen wird meistens nachts, tagsüber ruht er sich in seinem geräumigen mehrstöckigen Bau unter der Erde aus, den er mit seinen kräftigen Vorderpfoten gegraben hat. In manchen Dachsbauen leben richtige Großfamilien mit bis zu 15 Tieren zusammen und manchmal wird auch noch ein Fuchs als Untermieter aufgenommen. Die Jungen kommen dort im Februar/März blind zur Welt.

 

Steckbrief

  • Körper bis 80 cm lang, Schulterhöhe bis 30 cm, Gewicht bis 20 kg
  • gedrungener Körper mit kurzem Schwanz und kurzen Beinen, kräftige, krallenbewehrte Vorderpfoten
  • langer Kopf mit spitzer Schnauze, dicker Hals
  • dichtes Fell mit steifen Haaren an Seiten und Rücken weißgrau mit schwarz durchsetzt, schwarze Beine und Unterseite, Kopf schwarz-weiß gestreift

 

Schon gewusst?
Dachse halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Das heißt, sie schlafen die meiste Zeit in ihrem Bau, behalten aber ihre Körpertemperatur bei. Ab und zu wachen sie auf und werden von Hunger und Durst nach draußen getrieben.